Schmetterlinge leben hier nicht und Über Schühchen, Zopf und Schnuller
DOI:
https://doi.org/10.17892/app.2019.0009.180Schlagworte:
Miro Bernat, Jiří Weil, Hana Volavková, Drahoslav Holub, Karel Reiner, William Bukový, Theresienstadt, das Getto, Kinderzeichnungen, Tschechoslowakei, der Holocaust, Dokumentarfilm, Kompilationsfilm, Animation, Rezeptionsgeschichte.Abstract
In den Jahren 1958 und 1961 wurden in der Tschechoslowakei zwei Dokumentarfilme über den Holocaust veröffentlicht: Schmetterlinge leben hier nicht / Motýli tady nežijívon Miro Bernat und Über Schühchen, Zopf und Schnuller / O botičkách, copánku a dudlíku von Drahoslav Holub. Beide Filme verwendeten Zeichnungen und Gemälde von jüdischen Kindern, die zwischen 1941 und 1945 in Theresienstadt inhaftiert waren. Abgesehen von der Arbeit mit dem gleichen Material weisen die Filme stilistische Ähnlichkeiten auf, da beide Regisseure auf Avantgarde-Filmpraktiken der Zwischenkriegszeit zurückgreifen und auch mit Elementen der Animation experimentieren. Dabei gelang es jedem, seinen eigenen Ansatz zu entwickeln. Auch die Rezeption der Filme war unterschiedlich. Während der erste viel internationale Aufmerksamkeit und Lob erhielt, wurde der letztere kaum bemerkt. Heute jedoch sind sie beide nahezu vergessen. Eine filmhistorische Analyse der Werke fehlte bisher sowohl im Kontext der Filmstudien zu Theresienstadt als auch in Analysen von Dokumentarfilmen über den Holocaust. Die Darstellung der Geschichte der Filmproduktion sowie der Rezeption der Filme durch die Öffentlichkeit, die Presse und das offizielle Kulturinstitut soll diese Lücke schließen. Gleichzeitig wird die kulturpolitische Bedeutung der Filme im Kontext der Tschechoslowakei der späten 1950er und frühen 1960er Jahre untersucht und die Faktoren berücksichtigt, die zu den gegensätzlichen Rezeptionsgeschichten führten. Die Analyse basiert auf Originalrecherchen im Archiv des Jüdischen Museums in Prag, auf zeitgenössischen Pressekritikern und Quellen der mündlichen Geschichte, einschließlich zweier Interviews mit Helga Hošková-Weissová und Anna Hyndráková (den Überlebenden, die an den Dreharbeiten beteiligt waren), die von der Autorin im Laufe des Jahres 2019 durchgeführt wurden.Downloads
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