Jenseits der Identität
Eine chronotopische Analyse des sowjet-lettischen Films “Divi” (1965)
DOI:
https://doi.org/10.17892/app.2024.00019.368Schlagworte:
Michail Bogin, Giorgi Danelia, Lettland, Lettische SSR, Riga, Moskau, nationales Kino, Identität, Chronotop, Besatzung, sowjetischer Film, sowjetische Filmproduktion, Divi / Dvoe / Zwei Verliebte, BehinderungAbstract
Dieser Artikel bietet eine Analyse des sowjetisch-lettischen Kurzfilms Divi / Zwei Verliebte (Michail Bogin, 1965, Lettische SSR). Die Analyse basiert auf dem chronotopischen Ansatz der Textanalyse, der von Mikhail Bachtin entwickelt und von Robert Stam auf die Filmanalyse angewandt wurde. Vor der chronotopischen Analyse des Films werden verschiedene Ansätze zum sowjetischen Filmerbe im lettischen Kino und in der Filmwissenschaft diskutiert. owjetische Filme wurden seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und bis heute aus einer „Identitätsperspektive“ interpretiert, das heißt, die ethnische Identität der Filmemacher und der Drehort bilden eine binäre Opposition von „sowjetisch“ versus „lettisch“, die auf jedes Element der in Lettland während der Zeit der sowjetischen Besatzung produzierten Filme angewendet wurdet. Dieser Ansatz erschien logisch und durchführbar, nachdem Lettland seine Unabhängigkeit von der UdSSR wiedererlangt hatte. Im Gegensatz dazu ermöglicht der chronotopische Ansatz, Filme als in Raum und Zeit eingebettet zu betrachten. Er eröffnet kritische Möglichkeiten, l widersprüchliche Aspekte der Filmproduktion und -rezeption berücksichtigen. Diese Fallstudie einer Überprüfung des Drehbuchs für den Kurzfilm Divi zeigt, dass sowjetisch-lettische Filme als vielschichtige Produkte verstanden werden können, das heißt, als Ergebnis von Konkurrenz und dem Zusammenfluss kultureller, politischer und administrativer Kräfte.
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